Abnehmen mithilfe des braunen Fettgewebes

Körperfett, das beim Abnehmen hilft – das klingt absurd, zu schön, um wahr zu sein. Aber ist das auch so? Tatsächlich forschen nämlich Wissenschaftler schon seit einiger Zeit genau zu diesem Thema! Sie haben das braune Körperfett in den Mittelpunkt ihrer Arbeit gestellt, weil dieses körpereigene Fett im Gegensatz zu seinem weißen Pendant Kalorien verbrennt, statt sie zu speichern. Schade nur, dass man als erwachsener Mensch nur noch über wenig braunes Fett verfügt und dieses als Kalorienfresser nur noch relativ inaktiv ist. Deshalb versuchen Forscher herauszufinden, wie sich die Menge und die Aktivität des braunen Fetts steigern lassen. Denn dies könnte einen Beitrag dazu leisten, den Energieverbrauch des Körpers zu aktivieren und so sein Gewicht besser in den Griff zu bekommen.

Das weiße Fett kennen wir alle. Es lagert sich nur allzu leicht an den bekannten Stellen ab: Bauch, Hüften, Schenkel, Po. Diese beschönigend auch als „Hüftgold“ bezeichneten Fettpolster sind in der Regel unerwünscht, nicht nur weil sie als ungesund gelten. Sie entstehen, indem der Körper überflüssige Nährstoffe speichert. Weniger bekannt ist, dass der menschliche Körper auch braunes Fett aufweist – und zwar in ganz jungen Jahren mehr als später. Denn dieses braune Fett soll Babys vor zu großer Kälte schützen, so seine von der Natur vorgesehene Aufgabe, weil Säuglinge ihre Körpertemperatur noch nicht selbst regeln können. Bei Erwachsenen hingegen findet sich deshalb auch nur noch wenig braunes Fett am Körper.

Es erhält seine dunklere Farbgebung durch eine erheblich höhere Anzahl an Mitochondrien, jenen kleinen Zellkraftwerken, welche die aufgenommene Nahrung in die vom Körper benötigte Energie umwandeln, indem sie die Nährstoffe verbrennen. Deshalb werden die Mitochondrien auch als die Kraftwerke der Zellen bezeichnet. Die von ihnen bereitgestellte Energie verbraucht der Körper entweder, oder er speichert die nicht benötigte Menge in Form des weißen Fetts ab. Also klare Aufgabenverteilung: Weißes Fett bunkert Kalorien, braunes Fett verbrennt sie.    

Unter diesem Aspekt wäre es geradezu erfreulich, wenn man mehr braunes Fett am Körper hätte. Denn das könnte ja möglicherweise etliche Einschränkungen beim Essen und Trinken überflüssig machen sowie Übergewichtigen dabei helfen, wieder in gesunde Gewichtsklassen zu gelangen. Doch das hat die Natur – wie bereits erwähnt – so leider nicht vorgesehen. Vielmehr nimmt das braune Fett beim Menschen im Laufe des Lebens auf nur noch wenige 100 Gramm ab. Und es verliert an Aktivität, weil die kleinen Kraftwerke nicht mehr so viel Wärmeenergie produzieren müssen wie bei einem Säugling.

Doch das hat inzwischen weltweit immer mehr Forscher auf den Plan gerufen: Sie versuchen in Tierversuchen herauszufinden, wie sich die Funktion des verbliebenen braunen Fetts bei menschlichen Erwachsenen wieder aktivieren bzw. ob sich sogar weißes Energiespeicherfett in dunkles Energieverbraucherfett umwandeln lässt. Und die Wissenschaftler haben bereits eine Spur: Ausgehend von dem Ansatz, dass im Tierreich das braune Fett zum Beispiel den Winterschläfern ermöglicht, Kältephasen unbeschädigt zu überstehen, wird nun untersucht, ob sich dieser Mechanismus auch für den Menschen nutzen lässt – indem man etwa das braune Fettgewebe mittels Kälte stimuliert.

Denn Kälte ist der natürliche Reiz für die braunen Fettzellen: Sie produzieren Wärme, sobald der Körper meldet, dass ihm zu kalt ist. Und diese Wärme entsteht durch das Verbrennen von Kalorien. Wie Studien inzwischen zeigten, soll bereits eine geringe Abweichung von der sogenannten „Wohlfühltemperatur“ des Körpers ausreichen, um das braune Fett in Aktion zu versetzen. Deshalb untersuchen die Wissenschaftler nun, wie dieses Wissen konkret und zielgerichtet eingesetzt werden kann: Etwa indem man die Heizung zu Hause um einige wenige Grad nach unten regelt, lautet eine Überlegung. Demnach soll bereits eine Verminderung der Raumtemperatur von 22 auf 19 Grad ausreichen, um die braunen Fettzellen zur Wärmeproduktion anzuregen. In einer anderen Studie mussten die Teilnehmer eine Hand für wenige Minuten in 19 Grad kaltes Wasser tauchen. Eine spezielle Infrarot-Kamera, die Wärme sichtbar macht, zeigte daraufhin eine Vergrößerung der Flächen an, wo das braune Fettgewebe am Oberkörper angesiedelt ist. Diese Wärmezonen verkleinerten sich sofort, sobald die Hand nicht mehr in dem gar nicht so kalten Wasser war.

Aus diesen und anderen Forschungsergebnissen versuchen die Wissenschaftler nun, praktische Anwendungsmöglichkeiten zu entwickeln, in der Hoffnung, mittels Stimulierung des braunen Fettgewebes eine Gewichtsreduktion unterstützen zu können. Zu diesem Zweck wird auch an entsprechenden Medikamenten geforscht, welche die kalorienfressenden Fettzellen aktivieren sollen. Doch deren Verträglichkeit und Nebenwirkungen müssen noch genauer analysiert werden.

Bis die Wissenschaft also soweit ist, dass die braunen Fettzellen wirklich wirkungsvoll zum Abnehmen eingesetzt werden können, bieten sich zu diesem Zweck mehr Bewegung, eine gesündere Ernährung und eine wissenschaftlich erwiesenermaßen erfolgreiche Vitalkost wie Almased an, um überflüssiger Pfunde Herr zu werden.

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