Studie: Almased in der Therapie von Typ-2-Diabetes

Eine ganz aktuelle Studie vom Westdeutschen Diabetes- und Gesundheitszentrum in Düsseldorf belegt, dass Personen mit Typ-2-Diabetes von einer Formuladiät unterstützten kohlenhydratarmen Ernährung profitieren können. Laut Aussagen von Studienleiterin Frau Dr. Kempf kann eine solche Kost vergleichbare Wirksamkeiten zeigen, wie die bariatrische Chirurgie. In einer Studie wurden über 400 übergewichtige Personen mit Typ 2-Diabetes eingeschlossen, die im Mittel einen HbA1c von 8% aufweisen. Diese wurden mithilfe der handelsüblichen Formuladiät, es wurde das Präparat Almased Vitalkost verwendet, über drei Monate behandelt und insgesamt über ein Jahr nachverfolgt. Ziel war es, die Formuladiät als Starthilfe in eine kohlenhydratarme Kost zu nutzen. Bei dieser Studie 1, die in dem renommierten wissenschaftlichen Journal Nutrients publiziert wurde, konnte gezeigt werden, dass HbA1c, Nüchternzucker, Blutdruck und Körpergewicht signifikant gesenkt werden konnten.

Die Intervention bestand aus einer einwöchigen intensiven Phase, in der sich die Patienten ausschließlich mit der Formuladiät ernährten. In den darauf folgenden Wochen stellten sich die Patienten langsam auf eine kohlenhydratarme Ernährung um, die unter Verwendung von regelmäßigen Blutzucker-Selbstmessungen kontrolliert wurde. In der Studie wurden drei unterschiedliche Gruppen miteinander verglichen, die stringente Interventionsgruppe (n = 149) erhielt in der ersten Woche ausschließlich die Formuladiät. Diese entsprach 1300 bis 1600 kcal. Die moderate Gruppe (n=160) startete in der ersten Woche mit zwei Mahlzeiten der Formuladiät. In beiden Interventionsgruppen wurden die Patienten angehalten, in den Wochen 2-4 ein kohlenhydratarmes Mittagessen einzunehmen. In den Wochen 5-12 kam ein kohlenhydratarmes Frühstück hinzu. Anschließend sollten beide Gruppen bis zur 52. Woche täglich eine Mahlzeit durch eine Formuladiät ersetzen. Eine Gruppe (n=100) ohne eine Ernährungsintervention wurde als Kontrollgruppe parallel beobachtet.

Das Ergebnis zeigt bis zur 12. Woche in beiden Interventionsgruppen eine signifikante Reduktion von HbA1c, Nüchternblutzucker, Blutdruck und Körpergewicht im Vergleich zur Kontrollgruppe. Nach 52 Wochen zeigten sich nur in der stringenten Gruppe im Vergleich zur Kontrollgruppe eine statistisch signifikante HbA1c-Reduktion um 0,81%, während die Differenz in der Kontrollgruppe nur bei 0,1% lag. In der stringenten Gruppe sank im Vergleich zu den Ausgangswerten das Gewicht im Mittel um 9 kg, der mittlere Blutdruck von 134/80 auf 128/77 mmHg. Für eine Ernährungsstudie war beachtlich, dass in der stringenten Gruppe 72% der Patienten die einjährige Intervention durchhielten. Das Besondere dieser Studie war, dass es nur wenige Vorstellungen gab, sodass die Ernährungsumstellung unter Alltagsbedingungen durchgeführt wurde. Im Gegensatz zur bariatrischen Chirurgie scheint dieser Weg aber ohne Komplikationen und schwere Nebenwirkungen gangbar zu sein.

1 Kempf K, Röhling M, Niedermeier K, Gärtner B, Martin S. Individualized Meal Replacement Therapy Improves Clinically Relevant Long-Term Glycemic Control in Poorly Controlled Type 2 Diabetes Patients. Nutrients. 2018 Aug 4;10(8). pii: E1022. doi: 10.3390/nu10081022

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