Gesundheitsförderliche Ernährung hilft gegen Depressionen

Ungesunde Ernährungsgewohnheiten können Erkrankungsrisiko erhöhen.

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Ungesunde Ernährung geht vielfach mit einem erhöhten Erkrankungsrisiko einher. Das ist nicht neu. Bekannt ist ebenso, dass eine ungesunde Ernährung Folge einer psychischen Beeinträchtigung sein kann. So führen depressive Verstimmungen häufig dazu, dass die Betroffenen nicht mehr in dem eigentlich erforderlichen Maß darauf achten, was sie zu sich nehmen. Denn wer ohnehin „nicht gut drauf“ ist, der hat meist auch mit gesunder, ausgewogener Ernährung „wenig am Hut“. Gleiches gilt bei depressiven Menschen für die Lust an Bewegung. Die meisten Betroffenen spüren wenig Verlangen danach. Nun haben wissenschaftliche Untersuchungen jedoch nachgewiesen, dass körperliche Aktivität eine gute „Medizin“ gegen Depressionen bedeuten kann. Und australische Forscher fanden jüngst heraus, dass sich eine gesunde Ernährung vorteilhaft auf Depressionen auswirken kann.

Die Forscher der Macquarie University in Sydney gingen in ihrer Studie mit dem Titel „A brief diet intervention can reduce symptoms of depression in young adults – A randomised controlled trial“ (zu Deutsch „eine Diät kann Symptome einer Depression bei jungen Erwachsenen vermindern“) den Auswirkungen einer Ernährungsintervention bei Studenten mit erhöhter Depressivität nach. Zu diesem Zweck wählten sie 76 Studierende im Alter von 17 bis 35 Jahren aus, bei denen im Rahmen einer Eingangsuntersuchung eine erhöhte Depressivität diagnostiziert worden war.

Die Wissenschaftler entschieden sich für diese Altersgruppe, weil in ihr Menschen erfahrungsgemäß besonders häufig von Depressionen heimgesucht werden. Zudem bildet sich in dieser Lebensphase vielfach der spätere Lebensstil heraus – und damit werden die Weichen gestellt, wie man sich im weiteren Verlauf des Lebens ernährt bzw. grundsätzlich welche Lebensart man pflegt. Die rekrutierten Studienteilnehmer litten an mittelschweren Symptomen einer Depression und wiesen durch die Bank ungesunde Ernährungsgewohnheiten auf: indem sie konkret viel hochverarbeitete Lebensmittel konsumierten sowie zu viel Fett und Zucker.

Nach dem Zufallsprinzip wurden die Studierenden einer Interventionsgruppe und einer Kontrollgruppe zugeteilt. Die Teilnehmer der Interventionsgruppe bekamen zum einen ein Video vorgeführt, in dem eine Diätassistentin Ratschläge für eine gesundheitsförderliche Veränderung der Ernährungsgewohnheiten gab. Den betreffenden Film konnten sich diese Probanden danach auch immer wieder online auf einer Website anschauen. Zudem wurde den Studienteilnehmern aus dieser Gruppe ein Speiseplan nach der sogenannten Mittelmeerdiät verschrieben – also mit viel Obst und Gemüse am Tag, Vollkorn- und Milchprodukten sowie Olivenöl und Nüssen.

Umstellung auf „Mittelmeerdiät“

Zur Förderung der Motivation erhielten alle Teilnehmer der Diätgruppe zudem einen Korb mit gesunden Lebensmitteln überreicht und zusätzlich einen Einkaufsgutschein über umgerechnet 60 US-Dollar. Im Verlauf der dreiwöchigen Studiendauer mussten diese Probanden noch zweimal zu einem Motivationsgespräch zu der Ernährungsberaterin. Der Kontrollgruppe wurden keine Ernährungsempfehlungen und Diätvorgaben mitgegeben. Alle Teilnehmer mussten sich nach drei Wochen einer Nachuntersuchung unterziehen.

Als Resümee ihrer Studie fassten die Wissenschaftler der Macquarie University zusammen, dass sich die Mehrzahl der Studierenden aus der Diätgruppe an die ihnen übermittelten Ernährungsempfehlungen hielt. Zudem stellten die Studienleiter fest, dass sich diese Ernährungsumstellung bei den Probanden positiv auf ihre Depressionssymptome ausgewirkt hatte. Das belegten entsprechende Tests eindeutig, wie die Forscher berichten. Derweil verzeichneten sie in der Kontrollgruppe einen geringfügigen Zuwachs bei den Depressionswerten. Nach Aussage der Forscher verbesserten sich dagegen in der Diätgruppe auch die gemessenen Stresswerte der Teilnehmer.

Drei Monate nach dem Ende der Beobachtungsphase befragten die Wissenschaftler die Probanden aus der Diätgruppe erneut nach ihrem Befinden. Dabei zeigte sich, dass es denjenigen, die sich weiter an die Empfehlungen für eine gesunde Ernährung gehalten hatten, auch weiterhin besser ging.

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