„Weihnachtsspeck“ muss nicht sein

Britische Studie: Regelmäßiges Wiegen beugt Extrapfunden vor.

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„Es begab sich aber zu der Zeit …“ – so beginnt die traditionelle christliche Weihnachtsgeschichte, wie sie der Evangelist Lukas im Neuen Testament wiedergibt und wie sie bis heute – insbesondere in den Weihnachtsgottesdiensten – erzählt wird. Darin ist die Rede von der Geburt Jesus von Nazareth in ärmlichen Verhältnissen. Die modernen Weihnachtsgeschichten hingegen berichten nur allzu oft von mehr oder weniger ungezügeltem Essen und Trinken sowie überflüssigen Kilos, die sich während der Weihnachtszeit angesammelt und anschließend hartnäckig gehalten haben. Britische Forscher haben jetzt Empfehlungen getestet, wie sich diesem „Weihnachtsspeck“ vorbeugen lässt.

Über die Feiertage am Ende eines Jahres wollen die meisten von uns nicht Kalorien zählen. Wir möchten vielmehr entspannt und nicht gegängelt von dem Diktat der Ernährungsdisziplin genießen und gern auch mal über die Stränge schlagen. Dieser Lebensstil macht sich allerdings in der Regel nach den Feiertagen auf der Waage bemerkbar, in Form von unerwünschtem Zusatzgewicht. Studien zufolge legt in der Weihnachtszeit, die per Definition von Ende November bis Anfang Januar dauert, nahezu jeder Mensch an Gewicht zu.

Die Gründe dafür sind in einer Easy-Going-Einstellung einerseits, die sich in einer erhöhten Kalorienzufuhr niederschlägt, sowie andererseits in mehr Anlässen zu Essen als im übrigen Jahr zu suchen, wie Wissenschaftler herausfanden. Man denke nur an die Weihnachtsfeiern, im Betrieb oder mit Freunden und Bekannten, die gern mal in Kalorienorgien ausarten. Und einmal im Jahr will man sich schließlich „den Spaß an der Freude“ nicht nehmen lassen, entschuldigen wir gern unsere weihnachtliche „Genusssucht“, insbesondere wenn wir ansonsten das Jahr über auf unser Gewicht achten.

Leider haben die angefutterten Weihnachtspfunde jedoch die Eigenart, sehr anhänglich zu sein – sprich: Man wird sie anschließend nur sehr schwer wieder los. Weihnachtsstollen und -plätzchen, Glühwein und Punsch, Lebkuchen, Braten und all die anderen festtäglichen Leckereien fordern eben ihren Tribut. Deshalb haben britische Forscher der Universität Birmingham untersucht, was sich gegen unerwünschten Weihnachtsspeck tun lässt. In ihrer „Winter Weight Watch Study“ kommen sie unter anderem zu dem Ergebnis, dass schon regelmäßiges Wiegen helfen kann, über die Feiertage nicht zu viel Gewicht zuzulegen. So lässt sich demnach Schlimmeres verhüten.

Ein Blick auf die Waage warnt rechtzeitig

Die Wissenschaftler leiten ihre Empfehlung von einer Untersuchung mit mehr als 270 Teilnehmern ab. Diese teilten sie in zwei Gruppen ein: eine Interventionsgruppe und eine Vergleichsgruppe. Den Probanden der ersten Gruppe wurde aufgegeben, regelmäßig ihr Gewicht auf der Waage zu checken. Außerdem erhielten sie Informationen darüber, wie viel Bewegung erforderlich ist, um die im Weihnachtsessen enthaltenen Kalorien wieder abzuarbeiten. Die Probanden der Vergleichsgruppe mussten sich nicht wiegen und sie bekamen lediglich einen Flyer mit Tipps zu einem gesunden Lebensstil ohne diätetische Ratschläge. Am Ende der Studie zeigte sich dann, dass die Teilnehmer der Interventionsgruppe ein halbes Kilo weniger zugenommen hatten als jene aus der Vergleichsgruppe. Zur besseren Einordnung: Studien zufolge nehmen hierzulande Erwachsene in der Weihnachtszeit im Schnitt zwischen 0,2 und rund einem Kilo zu.

Das mag sich nach nicht viel anhören, doch Ärzte warnen davor, dass dieses zusätzliche Gewicht in den darauffolgenden Monaten vielfach nicht mehr verloren geht. Und so sammeln sich mit der Zeit hier ein Kilo und da ein Kilo an, um am Ende zu gesundheitsschädlichem Übergewicht zu führen. Deshalb raten Fachleute, auch während der Feiertage zu Weihnachten und dem Jahreswechsel das Körpergewicht nicht völlig aus den Augen zu verlieren. Eine Kontrolle auf der Waage kann dann darauf aufmerksam machen, dass es an der Zeit ist, zwischendurch mal auf die Kalorienbremse zu treten. Dadurch versaut man sich in der Regel nicht das ganze Fest, sondern tut vielmehr etwas für das eigene Wohlbefinden, wenn man sich weniger „überfressen“ fühlt.

Darüber hinaus raten die britischen Forscher, auch an Weihnachten nicht allzu sehr von der üblichen Ernährungsroutine abzuweichen – insbesondere zur gleichen Tageszeit wie normalerweise zu essen und dabei ebenfalls auf die Portionsgröße zu achten. Und wer sich etwas „richtig Gutes“ in Form einer kalorienreichen Mahlzeit gegönnt hat, dem tut anschließend Bewegung an frischer Luft gut: zum Beispiel in Form des guten alten Verdauungsspaziergangs. Dabei lässt sich die Konversation vom Tisch fortsetzen und gleichzeitig ein wenig für die Verbrennung der aufgenommenen Kalorien unternehmen.

Und wer sich zu Weihnachten nicht mit überflüssigem, sondern einem gesunden Körpergewicht beschenken will, der genehmigt sich auch während der Festtage einen Almased-Drink als erfolgreiches Mittel gegen unerwünschten Weihnachtsspeck.

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